[Rezension]Frau Ella – Florian Beckerhoff

Frau Ella – Florian Beckerhoff

inhalt

Klappentext:
»Der dreißigjährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seine Wohnung. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeistert: Total schräg, so eine WG! Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens – bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt. Ein humorvoller und warmherziger Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.«

meinung

Dieses Buch habe ich von einer wundervollen Freundin (Hallo Susi&Danke! :D) zum Geburtstag geschenkt bekommen. Mit ihr habe ich auch den dazugehörigen Film gesehen, leider noch bevor ich wusste, dass dazu überhaupt ein Buch existiert.
Wie ich befürchtet hatte, konnte ich mir die einzelnen Charaktere nicht gänzlich selbst erschließen, sondern hatte vor allem bei Protagonist Sascha natürlich Sahneschnitte Matthias Schweighöfer vor meinem geistigen Auge.
Dennoch hat mir dieses Buch ein paar wundervolle Lesestunden geschenkt, in denen ich sowohl lachen, als auch mit Sascha, seinem Freund Klaus und Frau Ella eine Zeitreise durch ihre verschiedenen Generationen machen durfte, was wirklich schön und auch amüsant war.
Manchmal gab es allerdings auch Momente, wo ich Sascha gerne mal fest geschüttelt und ihn gefragt hätte, wie er auf diesen oder jenen dummen Gedanken kommen konnte.
Sein bester Freund Klaus erinnerte mich ab und zu an ein kleines Kind, das gerade die Welt entdeckt, weil er nie aufhören konnte zu reden und über das Leben zu philosophieren. Dabei war er immer sehr enthusiastisch und euphorisch, was zwar manchmal anstrengend, aber auch irgendwie niedlich war.
Frau Ella war mir auf Anhieb sympathisch, da sie sich auf alles eingelassen hat, was die „Jugend“ mit ihr anstellen wollte, wie beispielsweise eine Reise zu dem Hof, auf dem Frau Ella aufgewachsen ist. Zudem hat sie den etwas reservierten Sascha oft auch aus seinem Schneckenhaus holen können und als Leser hatte man das Gefühl, dass die Beiden Oma und Enkel hätten sein können, was ich wirklich herzerwärmend fand.

Der dazugehörige Film scheint dem Buch nur angelehnt zu sein, denn die Handlung weicht ziemlich der des Buches ab. So gibt es im Buch zum Beispiel keine Suche nach Jason, Frau Ellas großer Jugendliebe. Dieser wird dort nur am Rande erwähnt.

Alles in allem fand ich dieses Buch sehr lesenswert, mit Humor geschrieben und man merkt, dass der Autor viel Herzblut in sein Werk gesteckt hat. Ein sowohl erfrischendes als auch herzerwärmendes Buch.